Freitag, 12. Juni 2015

Heiße Luft(Ein Reisebericht)

Das Ballon-Museum in Balleroy


Die Normandie ist nicht zuletzt ein Paradies für Radfahrer.Die Strassen sind nicht speziell für Radler ausgebaut und man sollte sich nicht unbedingt auf den Hauptstrassen bewegen,aber wenn man seine Route über die kleinen Dorfsträßchen abgesteckt hat ,dann ist die Tour entspannend und ungefährlich. Der Verkehr ist minimal und die hügelige Landschaft bietet herrliche Ausblicke.Die kleinen Dörfer und Weiler sind meist wunderschön herausgeputzt und hin und wieder groß genug,dass man auch einen Bäcker und einen Metzger findet,bei denen man sich das Material für ein köstliches Picknick besorgen kann.Auch findet man hier und dort einen kleinen Supermarkt,in dem man Cidre oder aber Apfelsaft als Begleitung zum Lunch kaufen kann.

Von unserem B&B auf dem Hof von Beauconniere war es mit dem Fahrrad nicht allzu weit zu mehreren Sehenswürdigkeiten. Unsere Wahl fiel auf eine Tour,die nach Balleroy ging.Balleroy ist ein verträumter Ort in einem lieblichen Tal,der im 16 Jahrhundert von einem königlichen Minister gegründet wurde.Weil er sich auf seinem Schloss,das er dort hatte errichten lassen so einsam fühlte und Menschen um sich herum haben wollte ließ er ein paar Häuser und eine Kirche bauen und siedelte Menschen dort an.Die aristokratische Familie hatte danach viele Probleme,ihren Wohlstand zu wahren und musste viel von ihrem Besitz verkaufen,um das Schloß zu erhalten.Schließlich kam dann auch noch die Revolution von 1789 dazu und diejenigen Mitglieder der Familie,die der Guilliotine entkommen waren richteten sich Anfangs des 19.Jahrhunderts wieder hier ein.

Anscheinend war der wirtschaftliche Erfolg dann bis ins 20.Jahrhundert ausgeblieben und zum Glück traf dann die letzte Gräfin(o.ä.)einen gewissen Mr.Forbes,dem sie das fast schon leere Schloß(die Möbel hatte man wohl auch schon"versilbern"müssen)zum Kauf anbot.Mr.Forbes,ein amerikanischer Wirtschaftstycoon,stellte den alten Glanz des Hauses mit großem Aufwand wieder her.Er schaffte hier für sich und seine Familie ein "bescheidenes"Wochenendhäuschen und in eine der Stallungen installierte er ein Museum für die Geschichte der Heißluft-Ballon-Fahrt.Dieses Museum und einige der Räume des Schloßes sind der Öffentlichkeit zugänglich und es ist durchaus einen Umweg mit dem Auto oder eine Radtour wert,sich diese Sache mal anzuschauen.

Mr.Forbes Tellersammlung
  


Hokusai und die japanische Ballonfahrt.

Im Schaukasten ein Szenario des ersten Ballonfluges eines Menschen.



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