Montag, 30. Juni 2014

WM-Brasil:Die Schande?

Die Schande


Ein Blumenstrauss für Algerien:ENTSCHULDIGUNG!!!

Mehr als in allen anderen Nachrichtenmedien der Welt, ist in unseren deutschen Zeitungen von der "Schande von Gijon" die Rede.Die heimische Presse,so hat es den Anschein,wünscht sich,dass diese Schande endlich getilgt wird.Deutschland schämt sich,kollektiv.Damals,bei der Fußball-WM in Spanien verschworen sich Deutsche und Österreicher(Achsenmächte) in der Vorrunde gegen die Algerier und schlossen einen "Nichtangriffspakt",wodurch die Nordafrikaner ausschieden und nach Hause fahren mussten,obwohl sie die bessere Mannschaft waren.Dieser Makel auf der ansonsten ja so reinen Weste der Deutschen muss nun endlich getilgt werden und da wäre es doch gut,wenn der nächste Gegner der Deutschen,nämlich Algerien so richtig heiß gemacht wird und für diese Schmach,die ihnen angetan wurde,Rache nimmt.
So versuchte der Sportjournalist Claudio Catuogno in einem Gespräch mit einem algerischen Altstar des Fußballs, Salah Assad, diesen aus der Reserve zu locken und wollte mit ihm über den Tag der Schande reden.Herr Assad aber wollte viel lieber über den schönen Tag reden,an dem Algerien gegen Deutschland auf dem Fußballfeld gesiegt hatte,weil er als Sportler meinte,dass das doch viel positiver sei.Obwohl der Reporter ein mit allen Wassern gewaschener Journalist ist,hat er den Herrn Assad nicht dazu bringen können,von Hass oder von Rache zu reden.So war es dann doch der faire Sportler,der das Gespräch lenkte und nicht der sensationsabhängige Schreiber und es wurde dann im Verlauf des Gesprächs über Fußball geredet und nicht über Schande,Hass und Rache.
Sportjournalismus ist die Zecke des Sports,vor allem,wenn es etwas Negatives zu berichten gibt.Er saugt jedes Thema bis auf den letzten Tropfen aus,bis die Zeitung voll ist und wenn dann nichts mehr zu holen ist,weil es niemanden mehr interessiert,Themawechsel.Zum Glück für den Journalisten gibt es vom Sport immer wieder etwas Negatives zu berichten,sei es Doping,Spielmanipulation,Bestechung oder ein Biss in des "Feindes" Schulter.
Mir gefallen die immer fairen und sachlichen Kommentare von Mehmet Scholl,der zum Glück für den Zuhörer kein gelernter Fernsehjournalist ist.
(Das Gespräch mit Salah Assad liest man im Sportteil der Süddeutschen vom 30.6.2014)

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