Mittwoch, 28. Januar 2015

Ein Märchen zur Lage ( Märchenhaft 3 )

Tischlein deck dich,Goldesel streck dich,Knüppel aus dem Sack


Teil 3: Es wäre genug Geld für alle da,wenn man es nicht nur den,durch skrupellose Manager zugrunde gerichteten Banken und den durch unfähige Politiker zugrunde gerichteten Staaten geben würde.
Leider kommt gut gemeintes Geld nie bei denen an,die es wirklich nötig hätten und bleibt meistens bei den Menschen hängen,die schon alles haben.


Man sieht es einem Esel nicht gleich an,was er kann.

Der zweite Sohn war zu einem Müller in die Lehre gegangen.Als er seine Jahre herum hatte,sprach der Meister:"Weil du dich so wohl gehalten hast,schenke ich dir einen Esel von einer besonderen Art.Er zieht nicht am Wagen und trägt auch keine Säcke."-"Wozu ist er denn nütze?",fragte der junge Geselle."Er speit Gold",antwortete der Müller,"Wenn du ihn auf ein Tuch stellst und sprichst - Brittlebritt - so speit das Tier Goldstücke aus, nach hinten und nach vorne.""Das ist eine schöne Sache",sprach der Geselle,er dankte dem Meister und zog in die Welt.Wenn er Gold nötig hatte,brauchte er seinem Esel nur "Brittlebritt"zu sagen,so regnete es Goldstücke und er hatte weiter keine Mühe,als diese von der Erde aufzuheben.Wo er hinkam,war ihm das Beste gerade gut genug und je teurer je lieber,denn er hatte stets einen vollen Beutel.Als er sich eine Zeit lang in der Welt umgesehen hatte,dachte er:"Ich werde nun meinen alten Vater wieder aufsuchen,denn wenn ich mit dem Esel ankomme,dann wird wohl sein Zorn auf mich vergessen sein und er wird mich gut aufnehmen."

Der hier hatte nur Eurocent auf Lager

Es trug sich aber zu,dass er in das selbe Wirtshaus geriet,wo seinem Bruder das Tischchen vertauscht worden war.Er führte seinen Esel an der Hand und der Wirt wollte ihm das Tier im Stall anbinden.Der junge Geselle aber sprach:"Gebt euch keine Mühe,meinen Grauschimmel führe ich selber in den Stall und bind ihn auch selber an,denn ich muss immer wissen,wo er steht."Dem Wirt kam dieses Verhalten wunderlich vor und er meinte,dass einer ,der seinen Esel selbst besorgen müsse,nicht viel zu verzehren hätte.Als aber der Fremde in die Tasche griff und zwei Goldstücke herausholte und sagte,der Wirt solle nur etwas Gutes für ihn einkaufen so machte er große Augen.Er lief und suchte das Beste,das er auftreiben konnte.Nach der Mahlzeit fragte der Gast,was er schuldig wäre.Der Wirt meinte nun,besonders viel verlangen zu können,weil er ja die Goldstücke gesehen hatte und er sagte ihm einen überteuerten Preis.Der Geselle griff in die Tasche,aber sein Gold war soeben zuende gegangen."Wart einen Augenblick,Herr Wirt",sprach er,"Ich will nur eben gehen und Gold holen."Er ging und nahm aber das Tischtuch mit.Der Wirt wusste nicht,was das alles bedeuten sollte,er war neugierig,schlich ihm nach und da der Gast die Stalltüre verriegelte guckte er durch ein Astloch in der Tür.Der Fremde breitete unter dem Esel das Tischtuch aus und rief."Brittlebritt!"und augenblicklich fing das Tier an,Gold zu speien,von vorne und hinten,dass es ordentlich auf die Erde herabregnete."Ei der Tausend",sagte der Wirt,"da sind die Dukaten schnell geholt,so einen Geldbeutel ist nicht übel."
Der Gast bezahlte seine Zeche und legte sich schlafen.Der Wirt aber schlich in der Nacht hinab in den Stall,führte den Dukatenesel weg und band einen anderen Esel an seine Stelle.

Die Produkte eines numismatischen Esels

Am folgenden Morgen zog der Geselle mit dem Esel ab und meinte,er hätte seinen Goldesel.Mittags kam er bei seinem Vater an.Der freute sich,als er seinen Sohn wieder sah und nahm ihn gerne auf."Was ist aus dir geworden,mein Sohn?"fragte der Alte."Ein Müller,lieber Vater",antwortete der Sohn."Was hast du denn von deiner Wanderschaft mitgebracht?"- "weiter nichts,als einen Esel."- "Esel gibt es hier genug"sagte der Vater,"da wäre mir doch eine gute Ziege lieber gewesen."- "Das ist aber kein gewöhnlicher Esel",antwortete der Sohn,"es ist ein Goldesel,der,wenn man ihn auf ein Tuch stellt und -Brittlebritt - sagt,so speit das Tier das ganze Tuch voll Goldstücke.Lasst nur alle Freunde und Verwandte kommen,ich werde sie alle zu reichen Leuten machen.""Das lasse ich mir gefallen."sagte der Vater ,"dann brauche ich mich nicht weiter mit der Nadel zu quälen",er lief,und holte alle Verwandten und Freunde herbei.Als sie alle da waren,breitete der Müllerbursche das Tuch unter dem Esel aus und sagte "Brittlebritt!",aber was da vom Esel herabfiel war alle andere, nur kein Gold.Die Verwandten verspotteten den Burschen und waren enttäuscht und der Geselle schämte sich,als er merkte,dass er betrogen worden war.Der Schneider musste wieder Nähen und der Sohn nahm eine Anstellung bei einem Müller.

Die Metapher "Goldesel steht für IWF und EZB,die die Lizenz zur Geldvermehrung haben.
Wie gesagt,es wäre für alle genug Geld da gewesen,wenn es nicht Habgier und Neid gäbe und solche "Player" wie den Wirt im Märchen.

(das Märchen ist noch nicht zu Ende!):-)


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