Sonntag, 18. Januar 2015
Die Markthalle von Rotterdam
Leben in Überdachten Räumen oder:was für die Tomate gut ist muss für den Mensch nicht schlecht sein.
Wenn man abends oder am frühen Morgen mit dem Flugzeug den Rotterdamer Flughafen ansteuert,dann kann man riesige beleuchtete Gewächshauslandschaften am Boden sehen.In denen ist die Wassertomate zu Hause und noch ein paar nach Kunstdünger schmeckende Gemüsesorten.Diese Pflanzen würden ,ohne die Glashäuser hier im rauen Klima Hollands,gar nicht zur Reife kommen.Schutz vor Wind und Wetter ist aber nicht nur für das Wachstum der Tomate und des Gemüses vorteilhaft,sondern es ist auch für den Menschen angenehmer,wenn er seine Einkäufe bei Regen und Kälte im Trockenen und Warmen machen kann.Städteplaner haben das schon sehr früh erkannt und so sind zum Beispiel in Norditalien schon im Mittelalter, mit Laubengängen überdachte, Einkaufstrassen gebaut worden.Passagen und große Markthallen entstanden in den späten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts und am Anfang des 20.Jahrhunderts in den Großstädten und waren vom Konsumenten gut angenommen.Die Akzeptanz der Konsumenten änderte sich scheinbar nach dem 2.Weltkrieg und viele dieser überdachten Einkaufszentren,wenn sie nicht durch Bomben zerstört waren, wurden abgerissen oder verfielen.Gründe dafür waren wohl die astronomischen Bodenpreise in den Stadtzentren und der Wunsch der Investoren,als Besitzer dieser Immobilien nach großem Gewinn,der sich nur durch Verkauf,Abriss und Neubebauung erzielen ließ.
Seit September des letzten Jahres steht nun in Rotterdam der Neuentwurf einer alten Idee:Die große Markthalle.Ein riesiger umbauter Raum der in seiner Außenhülle Wohnungen,Büros und kleine Läden beherbergt und in dessen großem Bauch sich eine bunte Vielzahl von Lebensmittelläden und Restaurants befinden.Hier entstand ein neuer Treffpunkt,ja ein neuer Lebensraum für die Menschen von Rotterdam und es ist zu hoffen,dass der Trubel,den wir zur Weihnachtszeit dort erleben konnten das ganze Jahr über anhält.
Den Architekten ist hier meiner Ansicht nach ein großer Wurf gelungen.Nicht nur die Gestaltung des Objektes ist genial sondern auch die funktionelle Verbindung zwischen Privatheit der Wohnmöglichkeiten und dem Zugang von dort zu Einrichtungen wie Einkaufsmärkten aller Art und öffentlichen Verkehrsmitteln wie Metro und Strassenbahn.Ich kann mir vorstellen,dass so die Städte der Zukunft aussehen können und wünschte mir,dass sich die Münchner Stadtplaner z.B.die Schrannenhallen-Diskutierer an so einer Idee orientieren wollten.(Siehe auch Süddeutsche 17./18. Januar im Feuilleton den Artikel"Oase statt Ödnis)
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