Freitag, 3. Januar 2014

Handarbeit

Ich verweise auf einen Zeitungsartikel in der Süddeutschen Zeitung von heute.Unter dem Titel "Stolz und Werk"wird da im Wirtschaftsteil über den Trend berichtet,Dinge des täglichen Lebens selbst herstellen zu wollen.Die Heimwerker Märkte boomen und inzwischen wird auch wieder allerorten gehäkelt und gestrickt.Vorsicht:Selber kochen soll auch immer beliebter werden.
Die Ursachen dieses Trends sieht die Autorin in der "Frikassierung"der Arbeit,daß nämlich niemand mehr ein Produkt bis zu seiner Komplettierung fertigen kann.Die arbeitenden Menschen werden immer nur zu einer Teilarbeit herangezogen, sie sehen nie das Endprodukt,sondern immer nur einen Teil davon.Keiner kann mehr ein komplettes Werk präsentieren und so fehlen dann am Ende des Tages greifbare,anschauliche Ergebnisse,die man vorzeigen könnte.Auch Menschen,die an Computermaschinen arbeiten, haben am Ende des Tages nichts anschauliches vorzuweisen,ausser das sie sagen können,dass sie soundso viele Mails etc. bearbeitet haben.Das Ausmaß der Erschöpfung wird immer mehr als "Erfolgsnachweis"herangezogen und die Diagnose"Burnout"wird mit größtem Stolz den Mitmenschen präsentiert.Nach Meinung der Autorin könnte es da schon helfen,wenn man selbst gemachte Endprodukte präsentieren kann und sei es nur ein gehäkelter Topflappen.

Die in Heimarbeit gefertigten Häkelmützen von MyBoshi kommen immer mehr in Mode.

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