Samstag, 25. Oktober 2014

Aus Küche und Keller:Die Quitte

Die Quitte


Im Garten der Nachbarin Frieda,in Rot am See,stand einst ein Quittenbaum.Die Frieda war eine ältere Frau,die schon lange allein in ihrem Haus wohnte und sie hatte mindestens genau so lange überhaupt kein Interesse an diesem Obst.Zum einen,hatte sie kein Rezept für die Verwendung der Köstlichkeiten und für wen hätte sie sich auch bemühen sollen?Für sich selber wäre ihr die Arbeit zu aufwändig,denn falls einmal Gelüste auf Quittengelee geweckt würden,wäre es einfacher, zum EDEKA zu gehen und sich ein Glas zu kaufen.Deswegen übergab sie uns Jahr für Jahr die Verfügungsgewalt über die Ernte und meine Frau machte daraus köstliche Süssigkeiten wie Gelee und Quittenbrot,zur Freude der Kinder , der Verwandten und der Freunde.Als Frieda starb und der Hof den Besitzer wechselte wurde der Quittenbaum dem Fortschritt geopfert,denn er stand zu dicht an der Strasse, ein neuer Zaun musste die Grundstücksgrenze markieren und brauchte diesen Platz.Die Quitte war zu der Zeit ohnehin nicht sehr bekannt und beliebt.Sie war zu hart,um ohne Aufbereitung gegessen zu werden und die wenigsten Leute wussten etwas damit anzufangen.Leider waren wir seitdem quittenlos,denn die beim türkischen Obsthändler zu erwerbende Früchte sahen zwar wunderbar  quittengelb und dick aus,waren aber immer ohne Aroma und Geschmack,weshalb wir auf deren Verwendung verzichten wollten,so leid es uns tat.Quitten aus Bayern oder wenigstens aus deutschen Landen - lange Zeit Fehlanzeige - gab es nicht oder man musste sich schon sehr bemühen um an gutes Material zu kommen. 
Letztes Jahr waren wir in Iphofen,im Frankenland auf einer Nahrungsmittelmesse und trafen dort einen Quittenbauer an,der diesem Obst eine neue,besondere Bedeutung geben will.Im Mainviereck hat er einen Hof,auf dem er viele verschiedene Sorten von Quittenbäumen züchtet und aus deren Früchten die unterschiedlichsten Nahrungsmittel herstellt.Natürlich gibt es bei ihm den Gelee und das Quittenbrot,aber er macht auch einen Quittenwein(naja), einen Quittensherry(naja),einen Quittensenf (ok)und einen Quittenbalsamico(sehr gut).Seinen Quittensecco,kann man probieren und der Quittensirup ist köstlich.Man sagt,dass es diesem Bauern zu verdanken sei,dass die Quitte wieder Einzug in die Küche gehalten hat und sogar in die, der gehobenen Restaurants.
Ich verwende die Quitte sehr gerne zum Füllen von Gänsen und den Quittengelee zum Aromatisieren von Soßen.Die Quitte ist eine Frucht die sehr gehaltvoll duftet und  ihre Verwendung ist ein Gebiet auf dem man experimentieren sollte und sicher den einen oder anderen Erfolg bei seinen Gästen verbuchen kann.
Quittenbauer:Marius Wittur,Hadergasse 19, 97247 Untereisenheim



    
   


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