Es hat sich etwas verändert,sagt mir mein Gefühl,weil ich weiß,wie es war.Irgendwie scheint die Leichtigkeit,die Sorglosigkeit und auch ein wenig die Fröhlichkeit verloren gegangen zu sein.Sie liefen nicht alle bedrückt,verängstigt und missmutig herum,die Pariser,auch wenn das Wetter nicht gerade freundlich-warm war,sondern ein kalter Wind durch die Stadt blies.Es war anders,als sonst.
Sicherlich ist es nicht so,dass ich jetzt jeden dunkelhaarigen und afrikanisch aussehenden Passanten genau mustere,ob er oder sie nicht vielleicht eine Kalashnikov oder einen Sprenggürtel unter dem Mantel versteckt hat,aber ich meinte ,vorsichtiger sein zu müssen.Die Strassen schienen weniger belebt,in den Cafés und Bistros sind mehr Plätze frei gewesen und an den Museen standen keine Warteschlangen mehr vor den Kartenschaltern.Polizisten mit Maschinenpistolen machten Patrouillen- Gänge und in der Metro oder an den Eingängen der Kaufhäuser stand Wachpersonal,das die Taschen und Mäntel kontrollierte.Es wird viel getan,um den Menschen das Gefühl der Sicherheit zu geben.Ich weiß nicht,ob es wirklich hilft.
Ich meinte erst,es läge vielleicht am kalten Wetter und an der Jahreszeit,doch die Menschen die ständig in Paris leben bestätigten:es ist weniger los in der Stadt.30% Stornierungen im Hotel werden als Beweis genügen,dass so mancher,der noch vor kurzem sagte:"Jetzt erst recht!",vielleicht den Mut verloren hat und lieber zu Hause bleibt.Zwei so grauenhafte Anschläge in so kurzer Zeit,das war zu viel,das hat sicherlich viele Menschen verunsichert,die unbeschwert reisen wollten.
Trotz alledem haben wir ein paar wunderschöne Erlebnisse auch dieses Mal wieder gehabt und haben meist zu Fuß und mit der Metro neue Eindrücke gewonnen.Es sind für mich oft die kleinen,unscheinbaren Dinge,die ich für berichtenswert halte und so traf ich auf dem Flohmarkt einen interessanten Knaben.Francois Mafoua,ein 60 Jährigem Congolese,der sich seit dreissig Jahren in Paris aufhält und der sich mit Bildern,die er malt,mit Musik und mit Skulpturen,die er schnitzt hier sein Leben gestaltet.Stolz erzählt er mir,dass er schon so alt ist und dass er es als ein großes Glück ansieht,hierher gekommen zu sein,denn,so meint er,in seiner Heimat werden die Männer nicht so alt.Sie sterben meist in jungen Jahren an irgend einer Seuche oder werden im Krieg ermordet.Herr Mafoua richtet sich Leinwände her,grundiert sie und trägt mit einer Muschelschale Farbe auf,meist Schwarz auf Weiß.Seine Themen sind Szenen aus seiner Heimat und Landschaften des Congo.Das Leben ist hart,seine Bilder werden nicht häufig gekauft aber er ist ein lustiger Typ und er scheint ein zufriedener Mensch zu sein.Er lobt die französischen Ärzte,die es geschafft haben,ihn so alt werden zu lassen.
Francois Mafoua
Artiste peintre
sculpteur
musicien




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