
Für meine Generation und mich waren Bücher eigentlich etwas Unersetzliches und fast Heiliges.Zur Einschlafzeit wurden sie heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke verschlungen und die Inhalte waren unerhört und sensationell.Keiner sollte wissen,daß man heimlich las und alle wussten es und die Eltern freuten sich darüber daß das Kind so eine Leseratte war,auch wenn das Aufstehen morgens nicht immer ganz leicht war.Nach Kästner war dann Karl Mai angesagt mit Winnnetou und Old Shatterhand.Bücher waren immer dabei,ob in den Ferien oder im Krankenhaus.Ein Leben ohne Bücher - möglich,aber fast ausgeschlossen.Ganz anders jetzt die Generation meiner Enkel.Haben sie doch schon während des Saugens an der Mutterbrust mit dem großen Zeh die Smartphonebuttons gedrückt und als sie dann abgestillt waren erklärten sie dem Opa,wo beim „Handi“ die Post abgeht.Bücher werden in der fortgeschrittenen Pubertät zum Ballast und mein elfjähriger Enkel klärt mich auf,das er eher sachlich-wissenschaftliche Stoffe im Internet verfolgt,als daß er Romane liest.Zur Entspannung gibt er sich das eine oder andere Videospiel,bei dem dann unter anderem Kontinente erobert werden und aber auch außerirdische Eindriglinge vernichtet werden müssen,dami Ruhe im Karton ist.Der Opa steht daneben und versteht die Welt nicht mehr.Allerdings bei kritischer Selbstbetrachtung fällt ihm auf ,daß er auch schon ein bisschen Smartphonesuchtanzeichen bei sich spürt und daß beim Treffen mit seiner Rentnergruppe jeder sein Phone dabei hat und manchmal sitzen sie alle am Wirtshaustisch und tippen auf den Dingern rum.Dennoch,wenn ich etwas lesen will,greife ich immer wieder auf das Buch aus Papier und auf die gedruckte Tageszeitung zurück und lasse die e-Medien noch nicht total in meinen Alltag.Da werden wohl noch einige Bäume verarbeitet werden müssen um meinen Informationsdurst zu stillen.
Ausgelöst wurden solche Gedanken,als ich das oben gezeigte Buch „Emil und die Detektive „unberührt in einem Bücherkontainer an der Straße entdeckte und auf der Seite drei die Geburstagsgrüße von Tante Gisela an den zehnjährigen Steffan zu finden waren.Sie wünschte dem lieben Steffan viel Spaß beim Lesen. - - das Buch war unberührt und ladenneu und ich hatte den Eindruck,daß der liebe Steffan das Buch und die Karte der Tante unbesehen vorgestern sofort nach Erhalt in den Kontainer gesteckt hat vielleicht in der Hoffnung,jemandem eine Freude zu machen.
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