Zur Kreuzigung verurteilt(Zustände im Freundesland)
Irgendwann soll im Land unserer verbündeten Freunde,in Saudi-Arabien,ein junger Mann,namens Ali-al-Namr geköpft und gekreuzigt werden.Seine Berufung gegen dieses gräßliche Urteil wurde verworfen.Somit werden ihn seine Wächter bald auf einen Marktplatz führen,wo ihm ,vor einem freudig, erregten Publikum ,der Kopf mit einem Schwert abgeschlagen werden wird.Das saudische Gesetz sieht als weitere Massnahme die Kreuzigung und Zur-Schau-Stellung des Getöteten vor,zur Warnung und zur Abschreckung.Das sind die Vergehen des Verurteilten:Im Alter von 17 Jahren hat er an einer Demonstration gegen das Regime teilgenommen.Nach Angaben der Polizei ,hat er sich gegen den Zugriff der Beamten gewehrt und randaliert.Diese Verbrechen hat Ali allerdings nur unter Anwendung der Folter gestanden.Nach einem Besuch im Gefängnis sagte seine Mutter zur Presse,sie habe ihren Sohn kaum mehr erkannt,so sehr sei er gefoltert worden.Britische Regierungs- Sprecher gehen davon aus,daß das Urteil wohl nicht vollstreckt werden wird,aber die Familie Alis rechnet fast täglich mit der Vollstreckung.Die mittelalterliche Justiz Saudi-Arabiens lässt auch heute noch Hexen steinigen und verurteilt Homosexuelle zu Prügelstrafen und zu langer Haft.
Alkoholbesitz wird streng bestraft,obwohl bei vielen Partys in Riad Alkohol fest im Programm ist und Mitglieder der Regierung und der Herrscherfamilie dem Alkohol häufig zusprechen.
Kürzlich wurde ein arabischer Schriftsteller zu 10 Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt,weil er sich für Reformen bei den Rechten für Frauen eingesetzt hat.Die Rechtslage der Frauen in Saudi-Arabien scheint so miserabel zu sein,dass sich sogar persische Mullahs Sorgen um die Frauen Arabiens machen und Verbesserungen fordern.
Westliche Regierungs-Vertreter beißen sich ,bei Besuchen Saudi-Arabiens,eher die Zunge ab,als das sie die Missstände ansprechen und ihren Unmut darüber aussprechen,denn Saudi-Arabien wird als ein Pfeiler der Stabilität in dieser chaotischen Region angesehen und man möchte die Herrscher des Landes nicht verstimmen.
In Wirklichkeit trägt Saudi-Arabien einiges dazu bei,dass die Region nicht zur Ruhe kommt.Man unterstützt Terrorgruppen in den armen Ländern Afrikas und Asiens,die dort im Namen des Islam Gottesstaaten erreichten wollen und Intoleranz und Gewalt gegen Andersgläubige predigen.Zur Destabilisierung der Region trägt ebenfalls der Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien bei.Der Jemen wird seit einiger Zeit mit Luftangriffen aus Arabien bekämpft,weil man dort iranische Interessen vermutet.Tausende Menschen wurden dort schon getötet und durch die Blockade der jemenitischen Häfen verhungern täglich Menschen im Land.
Obwohl es belegbar ist,dass das Land Saudi-Arabien sich im Krieg befindet,liefert Deutschland Waffen dort hin.Niemand weiß,ob diese Waffen nicht bald auch gegen deutsche Soldaten und Helfer gerichtet sein werden,die mit immer größer werdender Wahrscheinlichkeit in der Region eingesetzt werden.
Die Freundschaft zu einem Land wie Saudi-Arabien sollte auf Friedfertigkeit,Achtung der Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gegründet sein und nicht auf den Interessen der Rüstungsindustrie und deren Lobbyisten.Da bleibt nur zu hoffen,dass die zu liefernden Rüstungsgüter ähnlich mangelhaft bis funktionslos sind,wie die Waffen,die unsere Industrie an die Bundeswehr liefert.
(Eine Pressemitteilung aus der "The New York Times International Weekly"von Nicolas Kristof liegt diesem Blog zu Grunde)

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