Montag, 30. November 2015

Anders leben,anders denken,anders handeln(4)


Ein netter Eintrag im Gästebuch eines Münchner Museums(Glyptothek):

Ich musste hier sein,wegen dem Ausflug! Kevin



Lieber Kevin,
Wenn es draussen stürmt und schneit,bist du in der Glyptothek bestens aufgehoben.Der Kuchen im Museumscafe ist sehr gut und einen besseren Cappuccino findet man in München kaum!
Die kaputten Statuen sollten dich" nicht wirklich" stören.Sehen sie nicht eigentlich so aus,als wären sie deine erledigten Feinde,aus einem Videospiel entsprungen,in dem du die Welt gerettet hast?


Samstag, 21. November 2015

Marokkanische Teppiche


Selbstgeknüpft

In diesem Blog möchte ich versuchen,dem,der reinschaut,die Schönheit marokkanischer Teppiche näherzubringen.Ich habe einige Teppiche versucht,zu kopieren bzw.nachzuempfinden,wobei man bedenken muß,dass die natürlichen Farben der Originale mit meiner Mischkunst nicht zu erhalten sind.Ausserdem hab ich mich ein paar mal einfach nur inspirieren lassen. 
Marokkanische Textilien sind Kunstwerke von hohem Rang,die das Weltkulturerbe der Neuzeit bereichern.Sie leisten einen Beitrag zum Austausch der Kulturen.Sie verknüpfen das Archaische mit dem Modernen,auch wenn die wenigen Menschen in Marokko,die die Kunstwerke fertigen "Namenlose" sind,die der neuzeitlichen Kunst möglicherweise gar nichts abgewinnen können.


Boujad
El Habe
Ourikatal
Wei Nah Boum
Wei Nah Boum
Oued Zem
Oued Zem
                                                                   Südmarokko
Beni M'Guild
Gro Beni Zel
BeniOuarain
 
Hoher Atlas
Die Wolle der Teppiche wurde früher ausschliesslich mit Naturfarben aus Pflanzen gefärbt.Das ergab meist sanfte Töne,die dann von den Knüpfern harmonisch zueinander gefügt wurden.Seit etwa 100 Jahren werden die Wollen meist mit Anilinfarben gefärbt,die wesentlich farbintensiver sind.
Die ursprünglichen Berberteppiche zeichneten sich dadurch aus,dass nur natürliche,ungefärbte Wolle benutzt wurde und die Muster braun  auf weiss oder weiss auf braun geknüpft oder gewebt wurden.

Rehamena
Rehamena
Azilal

Mit zunehmender Beschäftigung  mit der Malerei und der Grafik des 20.Jahrhunderts sehe ich immer deutlicher verwandte Gestaltungsprinzipien der Kunstrichtungen-Teppichknüpferei in Marokko und  Kunstschaffen der Moderne.

Azilal
Rehamena

                                                                           Boujad
Boujad
Beni Ouarain
Eine Kurze Geschichte aus dem Basar:
Ein leuchtend roter Teppich mit einem wunderschönen Medaillon in der Mitte,welches in harmonischen Farben von der Knüpferin eingepasst wurde,sticht uns in die Augen.Wir gehen ins Geschäft,aber eigentlich nur mal,um zu schauen.Der Teppichhändler meint,als er merkt,das uns dieser rote Teppich gefällt,dass er noch viel schönere Teppiche hinter einem Vorhang gelagert hat und dass wir uns die doch mal erst alle anschauen sollten,bevor wir uns entscheiden.Er holt sie alle hervor und wir müssen ihm beim Ausbreiten helfen,denn die großen Stücke sind viel zu schwer für ihn.Er erklärt uns alle Färbetechniken und dass man mit Pfefferminze und Safran die tollsten Farben zaubern könne.Der Teppich,der uns so sehr gefällt ist ja nur mit Henna gefärbt,aber es gibt ja doch viel schönere Farben.Vor allem gibt es noch viel wertvollere Farben und ausserdem noch viel abwechslungsreichere Muster.Aber,wenn wir den roten Teppich unbedingt haben wollten,dann würde er ihn für uns,als seine besten(weil an diesem Tag einzigen)Kunden für glatte 1700 Euro hergeben.Als er unsere etwas abweisenden Mienen bemerkt sagt er,dass ja heute ein besonderer Tag sei und nur weil gerade der König Geburtstag hat könne er uns den Teppich für glatte 1500 Euro überlassen.Da wir noch weiter zögern und keine Anstalten machen,das Portemonnaie zu zücken ,fragt er mich,was denn meine Preisvorstellung sei.Ich zögere,denn ich habe überhaupt keine Vorstellung,was so ein Fußboden-Schmuck kosten sollte und sage dann einfach frech,dass ich an etwa 800 Euro gedacht hätte,aber ich sagte das nur,um ihm zu zeigen,dass wir nicht kaufen wollen.Als wir uns aus dem Laden heraus bewegen und freundlich zum Abschied winken ruft er uns hinterher:"Kommt Zurück!Ihr bekommt den Teppich für 700Euro!Mein letztes Angebot!"
Vielleicht hätten wir ihn ja auf 400 Euro heruntergehandelt,aber wir mussten weiter. Die westlichen Kunden sind ja immer in Eile!


Rehamena


Ahel Tsiouant


Boujad


Ait Ouararda


Hauuz de Marrakech
Die Dreiecke sind Symbole gegen den "Bösen Blick".


Beni Quarain


Azilal


Mrirt

Es ist augenscheinlich aber noch wenig untersucht,in wie weit Muster,Farbe und Design des nordafrikanischen Knüpfteppichs die Moderne Kunst beeinflusst haben.


aus dem mittleren Atlas









Nach dem Buch:Marokkanische Teppiche und die Kunst der Moderne
Arnoldsche Art Publishers
ISBN:978-3-89790-422-4






Dienstag, 17. November 2015

Wir müssen reden!




Wie lange kann man reden?

Bis die Lippen glühen;
Bis der Mund trocken ist wie die Sahara;
Bis das Zäpfchen weh tut;
Bis die Zunge bricht;
Bis ein Knoten in der Zunge ist;
Bis die Zunge ihren Dienst verweigert;
Bis der Speichel kocht;
Bis der Kiefer knackt;
Bis die Zähne wackeln;
Bis du einschläfst,weil dein Mantra dich ermüdet;
Bis du keine Argumente mehr hast;
Bis dir die Luft ausgeht;
Bis dir die Worte fehlen;
Bis du nicht mehr weißt,was du dazu sagen sollst;
Bis du nicht mehr weißt,was du sagst;
Bis dich deine Zuhörer verlassen;
oder,
Bis alles gesagt ist.


Dazu ein Gedicht von Gottfried Benn

Kommt -

Kommt,reden wir zusammen,
wer redet ist nicht tot,
es züngeln doch die Flammen
schon sehr um unsere Not

Kommt,sagen wir: die Blauen
kommt,sagen wir: das Rot
wir hören,lauschen,schauen
wer redet ist nicht tot.

Allein in deiner Wüste,
in deinem Gobigraun -
du einsamst,keine Büste
kein Zwiespruch, keine Fraun,

und schon so nah den Klippen
du kennst dein schwaches Boot -
kommt,öffnet doch die Lippen,
wer redet ist nicht tot.



Samstag, 14. November 2015

Jetzt erst recht!

Terror und Tote in Istanbul
Traurig,fassungslos,sprachlos,aber nicht mutlos!
Leider könnte ich diesen Artikel fast jede Woche Posten.

Paris,Mali,Damaskus,Florida,Beirut,Bagdad....Istanbul .......
Hatte ich nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo gedacht,schlimmer geht es nicht.dann habe ich mich leider getäuscht.Dieser neue Anschlag auf unsere Freiheit und auf unser Leben soll uns wohl jede Hoffnung auf Frieden und freiheitliches Leben austreiben.Der Terror trifft nicht Frankreich oder Paris allein,er trifft uns alle,die wir die Freiheit lieben,denn er ist von Menschen ausgeführt,die sich die Welt unter der Knute von religiösen Eiferern wünschen.Terroristen,die Gewalt und Intoleranz zu ihrem Glaubensbekenntnis erhoben haben wollen uns das Leben in Europa schwer bis unmöglich machen.Ich hoffe,dass es genügend viele Menschen gibt,die sich nicht entmutigen lassen und die für ihre Ideale von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit einstehen und dafür kämpfen.Ich werde jedenfalls auch in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder nach Frankreich und nach Paris fahren,weil dort die Freiheit,die Gleichheit und die Brüderlichkeit einen ihrer Ursprünge hat.Es sind nicht die gläubigen Muslime,die eine Gefahr für unsere Zivilisation bedeuten,es sind die fanatisierten Verrückten,die,im Glauben,ihrem Gott zu dienen,andere Menschen mit Terror überziehen.Falsch verstandene Religions-Gesetze sind für die Menschheit schlimmer,als jede Seuche.Ich hoffe,man findet bald ein Mittel gegen diese Geisteskrankheit.


Ich bin Charlie und Paris und Mali und Beirut und und ....Istanbul

Freitag, 13. November 2015

Berlin-Tip für den Winter


Das Brücke-Museum am Grunewald

Bei Schnee und Eis,aber auch an Tagen wie diesen,wenn das Wetter nicht gerade zur Radtour einläd,hat die Stadt genügend Sehenswürdigkeiten,Museen und Veranstaltungen,dass man nicht im Bett bleiben muss,um sich zu erwärmen.
Das "Brücke Museum"am Grunewald ist einer der Orte,den du immer besuchen kannst(ausser Dienstags) und findest dort immer interessante Anregungen bei den wechselnden Ausstellungen der Brücke-Künstler.
Vom 8.November 2015 bis zum 13.März kann man hier die Bilder von Max Pechstein besichtigen,die unter dem Motto"Pionier der Moderne" gezeigt werden.
Pechstein entwickelte mit Künstlern wie Heckel,Kirchner usw. eine neue Sichtweise und eine neue Farbigkeit,die ihn und seine Gruppe zu den Popstars der Szene in Deutschland vor 1914 machte.Er hat den Expressionismus mit geprägt und gilt als ein Vorbote der Modernen Kunst.Die Ausstellung ist so angelegt,dass der Betrachter die Entwicklung des Künstlers vom Jugendstil zum Expressionismus mit erleben kann und es werden einige Bilder und Zeichnungen gebotenn ,die ich noch nicht aus Büchern und Dokumentationen kannte.