Dienstag, 21. Februar 2023

Aus dem Skizzenbuch (68)

 


Portrait eines verrückten Hahnes

Seit frühester Jugendjahre hab ich versucht,das Wesen des Hahnes in der Skizze zu erfassen.Ganz tief in die Materie eingedrungen bin ich bei meinen Bemühungen leider noch nicht,aber ich bewege mich schon am Rand der Wahrheit.Die chinesisch-japanische Philosofie lehrt mich:“Um Das Wesen eines Dinges zu erfassen mußt du das Ding werden“.Also würde von mir verlangt werden,ein Hahn zu werden!?  Doch so einfach ist das nicht und die Probleme fangen damit an,daß mir so früh am Morgen die Energie fehlen würde,so laut zu krähen.Ich bin doch eher der leise Typ.Wobei ich beim Traum des Zuangzi angekommen bin,dem es träumte,er sei ein Schmetterling:
„Einst träumte Zuangzi,daß er ein Schmetterling geworden sei,der beschwingt umherflatterte Er war im Traum sehr erfreut und genoß es so frei umherzuflattern wobei er es vergaß,daß er ja Zuangzi war.Plötzlich wurde er wach und benommen wieder in der Wirklichkeit und ihm war jetzt nicht klar, war er Zuangzi,der geträumt hatte,ein Schmetterling gewesen zu sein oder war er nun der Schmetterling,der sich einbildete Zuangzi zu sein?
Moral der Geschichte—Damit sei gesagt,die Wesen unterliegen dem Wandel.“
Wer ist wer und was ist Wirklichkeit?
Wie weit bin ich dabei ,der Hahn zu werden und wie weit ist der Hahn dabei Ich zu werden?Niemand weiß es wirklich.
Doch ich lasse mich,trotz dieser Unsicherheit, nicht davon abhalten,weiterhin Hähne zu zeichnen und vielleicht,eines Tages gelingt mir >>DER HAHN<<


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