Wanderer kommst du nach Berlin,so solltest du,wenn du Zeit hast (bis zum 7.7.)zum Gropiusbau pilgern und dir die Ausstellung "Evidence" von Ai Weiwei anschauen.Komm aber nicht vor 13 Uhr dorthin,denn dann stehst du in einer fast endlosen Schlange,die sich aber gegen Mittag auflöst,wodurch die Wartezeit dem Ausstellungseindruck gegenüber angemessener erscheint,.
Ich war dort und ich war nicht enttäuscht,aber auch nicht sonderlich überrascht.Es war eher das Erwartete,denn ich kannte den Künstler ja schon aus Kassel und aus München und die Berliner Ausstellung erschien mir als ein Neuaufguss des Bekannten.Ein mir noch neues Element war die Photosequenz der Kulturdenkmäler dieser Welt,wie der Markusdom in Venedig oder der Eiffelturm ...mit dem ausgestreckten Mittel(Stinke)finger des Weiwei.Wenn man dem Hinweis auf dem Begleitschreiben Bedeutung zugestehen möchte,so will der Künstler uns die Ehrfurcht vor den Ikonen der Kultur austreiben.Deswegen sieht meine Reaktion auf diesen Hinweis SO aus:
Die Ehrfurcht vor den Ikonen des Kulturbetriebes möchte ich dem Leser mit diesen Bildern zur Disposition stellen,was vielleicht auch im Sinne des Ai Weiwei sein mag.
Für mich war das Highlight der Ausstellung ein Block aus Ziegelsteinen,Beton und Holzbettrahmen,zu dem der Künstler die Schuttmenge seines von der Polizei abgerissenen Ateliers zusammengefügt hat.Diesen Block und seine Geschichte finde ich bemerkenswert für eine Künstlervita in einem totalitären Staat.Eine Geschichte von Duldung und Verbot.


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